Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket
  Startseite
    Alltägliches
    China
    Chinesische Familie
    Chinesisches Wetter
    Chinesisches Essen
    Chinesische Frauen
    Chinesische Männer
    Chinesische Straßen
    Chinesisches Weihnachten
    Lustige Fakten
    Urlaube
    Lesson Plans
    Meine Kurzgeschichten
    angefangene Gedanken
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

    etoil
    strokes-caro
    - mehr Freunde

Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket



http://myblog.de/elektronenvolt

Gratis bloggen bei
myblog.de





Realität

Der Flughafen war schrill. Weiß. Einsam. Sie schien die einzige überhaupt zu sein. Ob sie wohl schon die Farbe der sterilen Fliesen angenommen hatte? Nur die schwarzen, unbequemen Sitze gaben dem großen Vakuum etwas Kontrast. Das Neonlicht brach sich in ihren feuchten Augen. Sicher hatte sie schon rote Ränder. Nun war sie dort, wartete. Und er war da, weit weg, und wartete auch. Ob er weiß wie man wartet? Ob er wohl versteht wie viel Leere das Warten beinhalten kann? Sie glaubt, dass Warten gelernt zu haben. Denkt, dass diese Zeit nur eine Summe der vielen kleinen Wartezeiten auf ihn ist. All diese vielen kleinen Minuten und Sekunden ohne ihn, einfach addiert. Mehr ist das nicht. Und sie hat ja wohl wesentlich länger auf ihn gewartet, in ihr Leben zu treten, als das alles hier dauern wird. Es wird vergleichsweise kurz. Sie wird abgelenkt sein. Wird ihm schreiben. Mit ihm telefonieren. Ihm viele Kurzgeschichten mit ihren Eindrücken schreiben. Ihm abertausende Bilder schicken. Immer bei ihm sein.
Doch dann kommt dieser Realist und zeigt ihr sämtliche Risiken auf. Dass sie sich verändert und er möglicherweise auch. Dass sie sich auseinanderleben. Nicht mehr schreiben. Nicht mehr lieben. Das sei Realismus. Das müsse sie doch sehen. Der Realist möchte die Entscheidung nicht fällen. Sie hat es schon längst getan. Und fühlt sich mies.
Erneut rollen warme Gefühle über ihre Wange und ertrinken sie in Kummer, in Liebe. Normalerweise rief sie ihn in diesen Situationen immer an. Lauschte dem gleichmäßigem Tuten und hoffte, endlich seine Stimme zu hören. Außer Puste. Verschlafen. Ausgelaugt. Aber nie genervt. Stets dieses ja. Am Ende ging seine Stimme nach oben. Dann wartete er. Und sie plapperte los. Oder schluchzte immerfort ihre Probleme in sein Ohr. Oder wartete auf mehr Worte. Jetzt würden ihr seine Augen helfen. Vielleicht auch seine Lippen. Oder einfach seine Schulter zum Anlehnen? Nur noch einmal über seinen Rücken streicheln. Seinen Hals küssen. Seinen Atem einsaugen.
Sie hat kein Taschentuch zur Hand. Niemand scheint sie zu sehen. Wie sie da sitzt. Niemals hätte sie sich vorher so gehen lassen, in der Öffentlichkeit ihre Gefühle zu zeigen. Ihre Schwäche bekunden. Ihre Tränen glänzen lassen.
Ihre Schwester beteuerte einst, sie sei die einzige die ihn je richtig lieben könne. Ihr erscheint das wie ein Gesetz, welches niemand verletzen darf. Doch selbst wenn, gäbe es keine Strafe für den Verbrecher, sondern für sie, für ihn.
Durchsagen hallen durch ihre Welt. Gate 17. Ihre Lieblingszahl. Zwischen 16 und 18. Zwischen ihnen und ihm. Genau in der Mitte. Wir. Ich. Du. Einchecken. Losfliegen. Ankommen.
4.7.07 22:18
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung