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Ein Schlückchen in Ehren

Ein Schlückchen in Ehren

Er hat Durst. Ein Wasser, bitte, bestellt er schnell. Hastig. Heute kein Bier?, fragt die Bedienung verwundert. Lächelnd. Er überhört die Frage und sieht stattdessen aus dem Fenster. Ein Bier, welch verlockender Gedanke. Er nimmt einen tiefen, kräftigen Schluck um diese Idee so schnell wie möglich zu ertränken. Er verschluckt sich. Hustet. Zu viel Kohlensäure?, die Kellnerin schmunzelt ihn an. Sie hat ja keine Ahnung. Was soll das? Kohlensäure. Das erinnert ihn an Sekt. Dieses prickelnde, sprudelnde Glücksgefühl einer Erinnerung überkommt ihn. Silvester. Vor zwei Jahren. Das war eine Zeit. Ja, da lernte er seine Traumfrau kennen. Aber die ist er seit drei Monaten schon wieder los. Oder war es eher? Er weiß es nicht. Überhaupt fällt ihm nichts vernünftiges ein. So geht es ihm in letzter Zeit öfters. Ein Schluck guter Rotwein könnte da Wunder bewirken. Nein. Wasser. Wasser. Er atmet hörbar tief ein bis er einen weiteren großen Schluck nimmt. Es schmeckt seltsam. So ungewohnt. Natürlich. Frisch. Es fröstelt ihn. Kalt. Ein unangenehmer eiskalter Schauer überkommt ihn. Die Wirtin beobachtet ihn über die Zapfhähne hinweg. Dann schaut sie weg. Kümmert sich um die anderen Bierdurstigen neben ihm. He, ein Bier für den trübseligen Herrn dadrüben, ruft einer von ihnen. Die Bedienung macht auch fix wie ihr geheißen und stellt ihm ein goldgelbes Getränk vor die Nase. Er schiebt es weg. Kein Bier. Kein Alkohol. Wieder nimmt er einen Schluck Wasser. Es schmeckt fahl. Ein kleines Gärgetränk. Nur einen klitzkleinen Schluck Bier. Er ruft sich den Geschmack des herben Hopfens in den Sinn. Nein. Er darf nicht. Aber nur einmal. Ein Schlückchen in Ehren kann keiner verwehren. Seine zittrige Hand langt langsam zum Glas. Es ist angenehm kühl. Die weiße Blume glänzt. Alle in der kleinen Gaststätte scheinen dieses Schauspiel zu verfolgen. Nein. Kein Bier. Kein Alkohol. Wasser. Aber das Glas ist leer. Ich möchte gerne bezahlen, fällt es ihm endlich ein. Aber Sie haben ihr Bier noch nicht ausgetrunken, stichelt die Bedienung ihn an. Er hat es noch nicht einmal angerührt. Ob es wohl anders schmeckt. Vielleicht. Ein bisschen probieren. Ja, ein minimales Kosten. Seine Lippen berühren den glatten Glasrand. Er kann die Blume riechen: Es riecht bitter und süß zugleich. Er holt tief Luft und schluckt. Der altbekannte und trotzdem neue Geschmack verteilt sich in seinem Mund. Es schmeckt wunderbar. Es wirkt so erfrischend. Belebend. Aber er sehnt sich nach dem typischen Alkoholgeschmack. Nichts. Die Wirtin lächelt liebevoll und zeigt ihm die Flasche: Alkoholfreies.

März 2004 

4.7.07 08:34
 


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